Carolin Schnurrers multidisziplinäre Praxis verbindet Sound, Installationen, Workshops, Performances, Bewegtbild oder DJ-Sets und schafft transformative sensorische Erfahrungen, die von spekulativer Fiktion, Deep Listening und somatischer Psychologie geprägt sind. Ihr Interesse gilt dabei der Funktion und Verkörperung von Rhythmus und Ritual, um durch Grenzen, Kultur, Sprache und andere Ausgrenzungssysteme auferlegten Beschränkungen zu überwinden. Für eines ihrer jüngsten künstlerischen Projekte hat sie ihre eigenen elektronischen Instrumente entwickelt, welche die menschliche Haut in ihren musikalischen Schaffensprozess einbeziehen. Sie bietet dabei dem Publikum eine Plattform, die Klänge, die sie in Echtzeit produziert, aktiv zu formen und zu manipulieren, indem sie in taktile Interaktionen miteinander treten. Auf diese Weise erkundet Schnurrer nicht nur das Potenzial von Berührung, sondern stellt auch traditionelle Vorstellungen von Musikproduktion und Club-Erfahrungen in Frage.
Unter ihrem Alias gakko verbindet sie synthetische und sensorische Klanglandschaften und führt das Publikum auf immersive Soundodysseen. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit Musiker*innen, Künstler*innen, Autor*innen und Tänzer*innen wie KLEIN, AUDINT (Kode9, Eleni Ikon, Toby Heyes), Julie Cunningham und Haroon Mirza ist sie u.a. bei Tate Lates, Hyperdub’s Night Ø in den Corsica Studios, Oram Awards sowie den Serpentine Park Nights in London, bei intonal in Malmö, ACCA in Melbourne, 925 in Colombo, MIRA Festival in Barcelona und bei KWIA Berlin aufgetreten.
Während ihrer dreiwöchigen Residency bei soft power beschäftigt sich Carolin Schnurrer mit dem Thema der körperlichen Fragilität und schöpft dabei aus ihrer persönlichen Erfahrung mit chronischer Fatigue, Immunstörungen und kognitiven Erschöpfungszuständen. Wie prägt das Verständnis von Verletzlichkeit in unserer Gesellschaft die Art und Weise, wie wir miteinander und mit der Welt um uns herum umgehen? Wie überschneidet sich diese Verwundbarkeit mit Machtstrukturen, insbesondere in einer Welt, in der unsere Nervensysteme zunehmend von externen Kräften infiltriert werden?
Im Rahmen der super soft residency bietet soft power regelmäßig Künstler*innen, Musiker*innen oder Performer*innen Raum, um an ihren aktuellen Proben, Recherchen und anderen künstlerischen Ausdrucksformen zu arbeiten und diese weiterzuentwickeln.