Im Rahmen des Creamcake Festivals 3hd 2022: Life, the Universe, and Everything präsentierte die Gruppenausstellung Don’t Panic Werke von George Henry Longly, JAZSALYN, Katja Novitskova, Lito Kattou, Sofia Moreno und Tianzhuo Chen, die sich jeweils auf zeitgenössische Kosmologien beziehen und einen erweiterten Blick auf Vorstellungen von “worldbuilding” durch von uns bewohnte Räume, irdische Grenzen und extraterrestrische Dimensionen werfen. Die von Creamcake kuratierte Ausstellung, die Skulpturen, Installationen, Videos und eine Eröffnungsperformance umfasste, beschäftigte sich mit Technologie, Vorstellungen von Realität, Spiritualität und Weltraumkolonisation sowie ökologischer Komplexität hier auf der Erde.
JAZSALYN präsentierte KI-gesteuerte Computerstudien zur Re-Indigenisierung von Algorithmen und zur Neuinterpretation verlorener Geschichten und Technologien, während Lito Kattous Skulpturen hybrider, außerirdisch anmutender Figuren mit Kalenderdaten von persönlichen Jahrestagen sowie Naturkatastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel im südöstlichen Mittelmeerraum beschriftet sind. Tianzhuo Chen erweiterte seine Experimente mit Elementen und Symbolen, die in Religion, Ritualen und Subkulturen zu finden sind, indem er seine früheren Performance-Arbeiten in einer groß angelegten tarotähnlichen LED-Videoinstallation neu gestaltete. Katja Novitskova präsentierte neue Arbeiten aus ihrer Werkserie Earthware, die eine neue Art von Landschaftsmalerei suggeriert und Leben auf verschiedenen planetarischen Ebenen darstellt. George Henry Longly setzte seine Erkundung irdischer und körperlicher Extreme, vom Weltraum bis zur Tiefsee, mit seinem einer Konstellation oder einem Diagramm ähnelnden Werk fort. Sofia Moreno präsentierte eine Installation, in der sie aus ihren eigenen Erfahrungen und persönlichen Mythologien schöpfte, um über ihr mexikanisches kulturelles Erbe zu reflektieren – und die mesoamerikanische Mythologie neu zu interpretieren, um alte Ansichten über den Kosmos zu beleuchten.
Creamcake (CC) ist eine interdisziplinäre Plattform mit Sitz in Berlin, die sich mit der Konvergenz von elektronischer Musik, zeitgenössischer Kunst und digitalen Technologien beschäftigt. Losgelöst von normativen gesellschaftlichen Strukturen bewegt sich Creamcake in fließenden Prozessen des Denkens und Handelns und setzt sich in verschiedenen Projekten mit aktuellen gesellschaftlichen Themen der Gegenwart auseinander. CC organisiert Performances, Konzerte, Ausstellungen, Symposien, DJ-Sets, digitale Projekte und Workshops, darunter das 3hd Festival (seit 2015). Als queer-feministischer normadischer Raum hat CC mit einer Vielzahl von Clubs, Community Spaces und Institutionen wie dem Berghain, Klosterruine, Wasserspeicher, OHM, Südblock, HAU Hebbel am Ufer und der Berlinischen Galerie kooperiert.