super soft residency #4

Anan Fries

Anan Fries arbeitet an der Schnittstelle zwischen digitaler und darstellender Kunst und beschäftigt sich derzeit mit Begriffen von Trauer und Schuld im Kontext artenübergreifender Beziehungen. Im Rahmen der super soft residency entwickelte Anan ein Projekt weiter, das sich um die Passagiertaube dreht – eine Spezies, die vor mehr als hundert Jahren ausgerottet wurde und durch gentechnische Eingriffe bald wieder zum Leben erweckt werden könnte. In Zusammenarbeit mit den Performer*innen Brig Huezo, Kieron Jina, Karol Tyminski sowie dem Developer Ambrus Ivanyos erforscht Anan Fries im Rahmen dieses neuen Projekts Bestattungsrituale, die sowohl im physischen als auch im virtuellen Raum stattfinden. Resurrect In Peace (R.I.P.) wurde am 27. April im HAU3 Hebbel am Ufer uraufgeführt (weitere Performances fanden vom 28. bis 30. April statt).

“Resurrect In Peace (R.I.P.) ist eine Beerdigung für einen Vogel. Vor mehr als hundert Jahren wurde die Wandertaube ausgerottet, jetzt wird sie mit einem technointensiven Ritual im HAU3 verabschiedet. Inmitten des ersten von Menschen verursachten Artensterbens zelebriert R.I.P. die Endlichkeit aller Existenzen und befragt das politische Potenzial einer möglichen Wiederbelebung.”

Anan Fries hat das Medienkunst-Kollektiv machina eX mitbegründet und geleitet und ist Teil des experimentellen feministischen Performance-Kollektivs Henrike Iglesias. Derzeit erforscht Anan hybride Ästhetiken des virtuellen und physischen Worldbuilding mit einem Fokus auf das Verhältnis zwischen “Natur” und Technologie. In Zusammenarbeit mit Malu Peeters, ebenfalls Teil des neuen Rechercheprojekts, entstand der VR-Essay [POSTHUMAN WOMBS], der beim IDFA International Documentary Film Festival Amsterdam, DOK Leipzig und Geneva International Film Festival GIFF gezeigt wurde. Im Rahmen der super soft residency bietet soft power regelmäßig Künstler*innen, Musiker*innen oder Performer*innen Raum, um an ihren aktuellen Proben, Recherchen und anderen künstlerischen Ausdrucksformen zu arbeiten und diese weiterzuentwickeln.

Zeitraum
4.3.–30.3.2023
Mit Dank an
Brig Huezo, Kieron Jina, Karol Tyminski, Ambrus Ivanyos
Fotos
Anan Fries