Im Oktober 2020 übernahm das 4-köpfige Kollektiv soft power einen 137 m² großen Projektraum in der ehemaligen Sarottifabrik der Teilestraße 11-13, Berlin-Tempelhof. Zeitgleich zogen rund 40 Künstler*innen hier in ihre neuen Studios ein – in der Teilestraße entsteht somit ein neuer Ort der künstlerischen Produktion, den wir als Kollektiv aktiv mitgestalten wollen. In dieser ersten Phase, dem soft opening, zielte unser kuratorischer Ansatz daher primär auf Prozesshaftigkeit, Formen der Gemeinschaftlichkeit und lokale Verortung ab. Mit unserem soft opening wollten wir das Innen nach Außen kehren: Eine langsame (Er)öffnung, die sich mit dem unmittelbaren Umfeld und der zukünftigen Öffentlichkeit dieses Ortes befasst. Dabei verfolgten wir folgende Ziele:
– Sichtbarkeit für die Teilestraße 11-13 als neuen Ort künstlerischer Produktion innerhalb des Bezirks und innerhalb Berlins schaffen.
– Prozesshafte Identitätsfindung von soft power als neue kooperative und transdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform online und offline transparent gestalten.
– Alternative ökonomische Modelle und Ressourcennutzung für die Freie Szene erforschen und entwickeln.
– Einen partizipativen Wissensraum schaffen, in dem Ideen mit Modellcharakter erprobt werden können.
– Durch lokale Kollaborationen Teilhabe am Raum selbst ermöglichen und den Raum für die Perspektiven anderer öffnen.
– Das Veranstaltungsprogramm für diverse Publikumsgruppen zugänglich machen.
– Langfristig einen künstlerischen wie transdisziplinären, politisch und gesellschaftlich relevanten Ort etablieren.
Zu unseren ersten Kollaborationspartnerinnen vor Ort zählten ErtlundZull (Entwicklung, Design und Umsetzung einer mobilen Küche, die für Gemeinschaftsveranstaltungen in der Teilestraße sowohl drinnen als auch draußen genutzt werden kann); Laura Bake (Politikwissenschaftlerin und Beraterin, die sich für weibliche Führung in der Unternehmenskultur einsetzt und uns durch Workshops in der Gründungsphase unterstützte); Equations Collective (Kollektiv aus den Bereichen Musik, Fotografie, Sound- und Softwaredesign, die unseren Raum audio-basiert erforschten); sowie zahlreiche Künstler*innen aus unserer Nachbarschaft, mit denen wir uns bei Atelierbesuchen austauschten.
Eines der vielen Resultate dieses fortlaufenden Prozesses war die Gründung des Kunstvereins soft power e.V. am 23.4.2021.