Auf Einladung von Air Berlin Alexanderplatz kuratierte soft power diese Ausgabe des Air Salon, die auf Colaboradio (88,4 MHz in Berlin und 90,7 MHz in Potsdam) gesendet wurde. Der Salon nahm die Form einer Ansammlung von Sprachnachrichten an, um Begriffe von Kollektivität zu diskutieren – eine Selbstreflexion, ein Fragebogen, ein Gespräch, ein Monolog, Dialog, Multilog. soft power lud dafür andere Kollektive und kollektiv organisierte Gruppen ein, sich diesem „Gespräch“ per Sprachnachricht anzuschließen: Alicia Reuter (Mitbegründerin und Co-Direktorin des Berlin Art Prize), Anissa Carrington (Mitbegründerin und Mitglied des DJ-Netzwerks SLIC Unit), Viviane Tabach & Theseas Efstathopoulos (zwei sobat-sobat (Kunstvermittler*innen der documenta fifteen) und Herausgeber*innen der Publikation Ever Been Friendzoned by an Institution?) und Tra My Nguyen (Mitbegründerin und Mitglied des Designkollektivs Studio ABO).
Mit dieser künstlichen (Re-)Konstruktion eines Gesprächs, das nie wirklich stattgefunden hat, bezog sich diese Ausgabe des Air Salon auf das zeitgenössische Phänomen, Sprachnachrichten hin und her zu schicken, anstatt ein Gespräch zu führen – manchmal lange Monologe, die keine Antwort erwarten, manchmal mehrere 3-Sekunden-Schnipsel im Austausch, anstatt die andere Person einfach anzurufen. Als zeitgenössische Form steht die Sprachnachricht und ihre ständig wachsende Popularität möglicherweise Sinnbildlich für kollektive Praktiken und wie sie oft (dys)funktionieren: ein ständiges Senden und Empfangen, das Zusammenführen mehrerer Kanäle, um schließlich (und hoffentlich) einen bedeutungsvollen Austausch zu schaffen, der nie mit nur einer Stimme spricht.
ABA (Air Berlin Alexanderplatz) e.V. ist eine forschungsorientierte Künstler*inneninitiative, die 2009 von den Künstler*innen Susanne Kriemann und Aleksander Komarov in Berlin gegründet wurde. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf ephemerer künstlerischer Forschung und kollektiver und experimenteller Wissensproduktion. Die Tätigkeit von ABA besteht in der Konzeption und kuratorischen Umsetzung verschiedener Präsentationsformate: Die Organisation von Salons an verschiedenen Orten in der Stadt, die Herausgabe von Publikationen, die Betreuung eines Residencyprogramms und einer Website als zentraler Ort für die Dokumentation und Archivierung dieser Formen der Wissensproduktion.