on animated architecture

Dongchan Kim, Esteban Pérez, Jakob Francisco, Juliane Tübke, Maija Fox, Nina Nowak

Samstags, 14.00–19.00 und nach Vereinbarung

Öffentliche Tour durch den Stadtteil und die Ausstellung: Sonntag, 1.12.2024, 14.00
Finissage: Sonntag, 8.12.2024, 15.00

Die Gruppenausstellung on animated architecture basiert auf einer Reihe kollektiver Gespräche über den Industriebezirk Berlin-Tempelhof und umfasst Arbeiten der Künstler*innen Dongchan Kim, Esteban Pérez, Jakob Francisco, Juliane Tübke, Maija Fox und Nina Nowak.

Während Tempelhof zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein blühender Industriestandort war, erscheinen diese vormaligen Industriegebiete heute größtenteils von leeren Gebäuden und Ruinen geprägt – dünn besiedelt von einer eklektischen Mischung aus Autowerkstätten, Schrottplätzen, Großhandel und Lieferdiensten wirkt die Gegend sonst wie aus einer anderen Zeit zurückgelassen. Die Ausstellung on animated architecture, und das im Vorfeld durchgeführte Seminar, zielen darauf ab, den Akt des Zurücklassens durch eine kritische Perspektive zu betrachten und die Belastung hervorzuheben, die veraltete Infrastrukturen in urbanen Ökosystemen darstellen. Zugleich wird dabei das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem und privatem Raum sowie die Machtdynamik in der Stadtplanung betont. on animated architecture setzt sich – geprägt von einer Reihe Diskussionen, die von Kurator Guilherme Vilhena Martins moderiert wurden – mit Begriffen wie „Abfall“, „Bereinigung“, „Extraktion“ und „Hegemonie“ auseinander. Die Ausstellung bei soft power, als Kunstverein selbst in einem weitgehend leerstehenden ehemaligen Fabrikgebäude Tempelhofs verortet, präsentiert Werke, von Skulpturen bis hin zu Fotografien und Videoinstallationen, die wie eine Sezierung eines Stilllebens, die Möglichkeit einer Kritik auf der Grundlage verschiedener emotionaler Reaktionen skizzieren und so einen Sinn für Gestik und Animation andeuten; eine vorsichtige Berührung inmitten des Schrotts.

„Anscheinend war diese ganze Gegend irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein blühendes Industriegebiet. Damals schien alles perfekt – es gab eine große Straße, die parallel zu einem Kanal verlief, der an das Netzwerk angeschlossen war, das sich über den ganzen Kontinent erstreckte; Schiffe kamen und gingen, Lastwagen luden auf und fuhren ab. Die Zukunft sah rosig aus. Es gab eine Eisenbahn, Pläne für eine Erweiterung, und einen Hafen in der Nähe. Das Gebäude, in dem ich mich befinde, war früher eine riesige Schokoladenfabrik. Als wir einzogen, mussten wir die Fliesen schrubben. Der Geruch ging nie wirklich weg.

Das alles wirkt jetzt so zerbrechlich, fast absurd. Und doch ist es ziemlich einleuchtend: Macht ist etwas Räumliches, und das zeigt sich darin, wie Raum organisiert wird, was drinnen und draußen bleibt, was nützlich ist und was nicht. Schau dir nur diese langen Straßen an, diese Betonwiesen voller heruntergefallener Fensterläden und leerer Räume, den riesigen Kran, der passiv in einer Stahlkette schwebt, fast wie eine von Zettels Hütten, die in Wolken feststecken, die genauso gut eine Verlängerung des grauen Asphalts um sie herum darstellen könnten. Wer darf entscheiden, wer auf was wartet? Wer entscheidet, dass es Zeit ist zu gehen, dass es auf einmal keine Rolle mehr spielt?“

(Auszug aus dem Begleittext von Guilherme Vilhena Martins)

Zeitraum
15.11.–8.12.2024
Kuratiert von
Guilherme Vilhena Martins
Gefördert von
Arts Promotion Center Finland
Fördersumme
1.500€
Arbeitszeitraum
21.4.2022–15.12.2024
Mit Dank an
Dokyoung Kwon, Galleri Susanne Ottesen, Hugo Miguel Saiote, Irene Fernández Arcas, Luzia Cruz, Rodrigo Rosa
Fotos
Jakob Otter