In der Kunstwelt, insbesondere in der sogenannten Freien Szene, werden monetäre Realitäten, wirtschaftliche Ausgangslagen und finanzieller Erfolg meist ausgeklammert, als wären sie nicht elementare Grundlage der Existenz künstlerischer Produktion und deren Präsentation – in kaum einem anderen beruflichen Umfeld wird „value“ als so unabhängig von monetärem Wert gelesen. Dabei wird oft generalisierend von der geteilten Erfahrung prekärer Umstände ausgegangen, ohne genauer zu hinterfragen, was Prekarität in diesem Kontext eigentlich jeweils für die Einzelnen bedeutet. Mit Money on my mind macht soft power es sich zum Anliegen, fortlaufend einen Gesprächsraum zu schaffen: Wie, wann und warum (beziehungsweise vor allem warum nicht) wird im Kontext von Kulturarbeit und künstlerischer Berufspraxis über Geld gesprochen?
Workshop: Money & Emotions mit Nea-Kosma
Geld, Vermögen, Kapital – unsere Beziehung hierzu ist eine lebenslange und dynamische. Während diese Beziehung oftmals rationalisiert, als neutral oder objektiv dargestellt wird, spielen Gefühle wie Schuld, Scham, Stolz, Angst, Ohnmacht oder Neid eine große Rolle. Diese Gefühle werden durch eine Vielzahl von Faktoren wie ökonomische Verhältnisse, kulturelle Hintergründe und systemischer Unterdrückung beeinflusst. Diese Einflüsse sind intersektional und betreffen uns auf unterschiedliche Weise, je nachdem, wie sich Rassismus, Klassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen überschneiden. So prägen diese Faktoren nicht nur unsere individuellen Emotionen und wie leicht es uns fällt, über Geld zu sprechen, sondern auch, wer Zugang zu finanziellen Ressourcen bekommt.
In diesem 2-stündigen Workshop mit Nea-Kosma (Rea Stamatoulakis und Vanessa Olt) geht es darum, die eigenen Perspektiven zu Geld zu erkennen und gesellschaftlich-strukturelle Barrieren zu durchschauen. Interaktive, anonymisierte, Übungen, Leitfragen und abschließende Diskussionen laden die Teilnehmenden dieser Session dazu ein, tief verwurzelte Verbindungen zwischen Geld, Wert und Emotionen einzuordnen, den Einfluss ihres Umfeldes und Zugang zu Ressourcen zu reflektieren, sowie die eigene emotionale Ebene im Umgang mit Geld zu entschlüsseln. Die gewählten Gesprächsmethoden fördern einen gleichberechtigten Austausch aller Teilnehmenden. Im Anschluss an den Workshop bleibt die Bar bei soft power geöffnet, um den Dialog in einem geschützten und unterstützenden Umfeld fortzusetzen.
Nea-Kosma fungiert als Brücke zwischen Wirtschaft und Kreativindustrie. Im Jahr 2020 von Rea Stamatoulakis und Vanessa Olt gegründet, unterstützt Nea-Kosma kreative Unternehmer*innen und Künstler*innen durch Zugang, Bildung und Vernetzung. Durch regelmäßige Gruppen-Workshops, hilfreiche Business-Tools und strategische Unternehmensberatung entmystifiziert Nea-Kosma Geschäftsstrukturen und Finanzprozesse. Mit der individuellen Kombination quantitativer und qualitativer Arbeitsweisen außerhalb der binären, vorherrschenden Vorstellungen versucht Nea-Kosma, etablierte Strukturen und bereits bestehende Perspektiven aufzubrechen.
Der Workshop ist kostenlos, findet auf Englisch statt und ist für max. 25 Personen zugänglich.
Bitte meldet euch bis zum 19.8. über den Link (rechts) an.
Barrierefreiheit: Unsere Räumlichkeiten befinden sich im 3. Stock und sind über die Treppe sowie über einen Fahrstuhl erreichbar. Der Zugang zum Raum ist ebenerdig. Als Sitzmöglichkeiten stehen Hocker zur Verfügung. Das barrierefreie WC im 3. Stock ist ebenerdig zu erreichen. Für Fragen zur Anfahrt vorab und für Assistenz vor Ort bei der Benutzung des Fahrstuhls (Lastenaufzug) sind wir gerne telefonisch erreichbar unter: 01573 0760994