FARAH (2023) ist ein Film über das Erwachsenwerden; über das Hinein- und Herauswachsen aus verschiedenen Fremd- und Selbstbildern. Die Filmemacherinnen Yalda Afsah und Ginan Seidl begegneten ihrer Protagonistin Farahnaz erstmals 2013 in Afghanistan, wo sie gemäß der afghanischen „Bacha Posh“-Tradition als Junge erzogen und von klein auf mit einer binär strukturierten Gesellschaft und deren geschlechterbasierten Rollenzuschreibung konfrontiert wurde. FARAH begleitet Farahnaz nun im Teenager-Alter durch ihren Alltag in Deutschland: im Unterricht, im Haushalt der Schwester, beim Abhängen mit Freund*innen, bei der Wahl des richtigen Outfits oder beim Entziffern von Briefen der Ausländerbehörde. In dokumentarischen Aufnahmen sowie in Selfie-Videos auf TikTok positioniert sich Farahnaz selbstbewusst in einer Gesellschaft, die sich von derjenigen unterscheidet, in die sie hineingeboren wurde, aber von ihren eigenen Normen bestimmt wird; sie verhandelt die ihr gesellschaftlich zugewiesenen Rollen neu – als Migrantin in Deutschland, als „Mädchen in Jungenkleidung“, als Familienmitglied und als Freundin.
FARAH (2023, 82 Minuten, Deutsch/Dari) wird in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Im Anschluss an das Screening findet ein Gespräch mit Yalda Afsah und Ginan Seidl (auf Englisch) statt.