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23.10.2026
IN DEFIANCE, WE LISTEN DEEPER
Luïza Luz
„In diesen turbulenten Zeiten, in denen sich viele vom Zuhören abwenden, weigern wir uns, dieser Gleichgültigkeit zu folgen. Widerständig hören wir aufmerksamer zu.“
Im Jahr 2024 schrieb Luïza Luz diese Worte in dem Buch „Beneath the Surface“, um auf die progressive Rhetorik und das plötzliche Schweigen kultureller und bildungspolitischer Institutionen einzugehen. Im Jahr 2025 sprach sie diese Worte im MoMA PS1 während der Printed Matter New York Art Book Fair, und aus dem Vortrag entstand eine neue Publikation. Nun kehrt der Satz als Live-Performance zurück.
Der Abend markiert die Veröffentlichung der zweiten Ausgabe von „Beneath the Surface: Deep Listening, Buried Narratives, and Embodied Resistance“ (Archive Books / we make it, 2024–26) sowie die Veröffentlichung von „In Defiance, We Listen Deeper: (dis)Embodiment & the Planetary Transition“ (Secret Riso Club / we make it, 2026).
EröffnungPerformance & Book Launch, 23.10.2026, 19.00–21.00 -
22.10.2026
I like to talk
Olivia Acar
I like to talk ist ein offener Gesprächskreis, der auf Erfahrungsaustausch über das Leben in einer patriarchalischen Gesellschaft abzielt und von soft power Mitglied Olivia Acar ins Leben gerufen wurde. Das Format lädt dazu ein, zusammenzukommen und über jene Momente zu sprechen, in denen das Persönliche auf das Strukturelle trifft; offene Fragen, Herausforderungen und Ideen zu diskutieren.
Bitte meldet euch für die Veranstaltungen jeweils vorab per E-Mail an: hello@softpower.world
Der Gesprächskreis findet je nach Anmeldung/Wunsch der Teilnehmenden auf deutsch oder englisch statt.22.10.2026, 18.30–20.00
I like to talk: What’s your Utopia?
In dieser zweiten Ausgabe von I like to talk wollen wir uns trauen, gedanklich den Status Quo für eine kleine Weile hinter uns zu lassen und unsere persönlichen Utopien zu erkunden.Veranstaltungsortsoft power, Fürbringerstr. 11, 10961 Berlin -
falling into you
Krys Huba
„An ihrem letzten Tag als wegweisende Internet-Berühmtheit stand Jennifer Ringley kurz nach 7:30 Uhr auf, arbeitete gegen 13:15 Uhr eine Weile am Computer, aß um 18:15 Uhr etwas und ging dann offenbar für den Abend aus.“ (The Guardian, 3.1.2004)
Am 31. Dezember 2003 ging JenniCam.org, die Plattform der ersten Live-Streamerin, offline und kehrte nie wieder zurück.
Zeitraum
12.9.–17.10.2026 -
Pogolina
Julius Pristauz, Nasanin Dahaghin
Pogolina ist die erste gemeinsame Performance von Nasanin Dahaghin und Julius Pristauz. Das Werk behandelt persönliche Erfahrungen und Fiktion gleichermaßen und verbindet kollektive kulturelle Erinnerungen mit imaginären Erzählungen, um eine fiktive Figur zu erschaffen, die sich durch Stimme, Musik und Performance entfaltet.
Zeitraum
27.8.2026, 19.00-21.00 -
super soft summer residency 2026
Julius Pristauz, Nasanin Dahaghin
Wir freuen uns, Nasanin Dahaghin und Julius Pristauz im Rahmen der super soft summer residency vom 15.7.–15.8.2026 bei soft power zu begrüßen.
Nasanin Dahaghin und Julius Pristauz verbinden Fragen rund um Authentizität, (Re-)Präsentation und Aufführung; Pop als Träger von Affekten und Körperbildern, und was passiert, wenn choreografische und musikalische Praktiken aufeinandertreffen. Im Rahmen der Residency werden Nasanin und Julius ihre Zusammenarbeit, die aus den Bereichen konzeptueller Performancekunst und Bildender Kunst sowie Musik, Soundproduktion und Soundperformance schöpft, vertiefen und gemeinsam an einer neuen Performance und neuem musikalischen und filmischen Material arbeiten.
Zeitraum
15.7.–15.8.2026 -
Housewarming
Carolin Schnurrer, Dalia Maini/DMT, Derek MF Di Fabio, federica nicastro (fen), Filippo Vogliazzo, Guilherme Vilhena Martins, megouem, meii soh, Nadia Marcus, Nana Spier, Saverio Cantoni, Sumayyah Smith, Yves B Golden, Zack Darsee
Willkommen zu unserem Housewarming. Einem Brauch folgend, der bis ins Mittelalter zurückreicht, gibt es Brot und Salz: ein Symbol für Gastfreundschaft, Schutz vor bösen Geistern und ein Leben voller Würze und Sinn; für tiefe Verbundenheit, langjährige Freund*innenschaft und beständige Gemeinschaften. In diesem Sinne hat eine Gruppe von Künstler*innen, Kollaborationspartner*innen und Freund*innen, die alle in den vergangenen 5 Jahren Teil des soft power Programms waren, angekündigt, einen Toast zu geben.
Zeitraum
24.4.2026 -
A Rare Conjunction
anorak bakery, Lukas Ludwig, Nadia Marcus, TABLOID Press, Zack Darsee
Am 20. Februar 2026 – am Vorabend der jährlichen Mitgliederversammlung von soft power – trafen Saturn und Neptun in einer höchstseltenen Konstellation und als rares astrologisches Ereignis im Widder bei 0° aufeinander. Mit A Rare Conjunction waren TABLOID Press (Zack Darsee & Nadia Marcus) und anorak bakery (Lukas Ludwig) die Co-Stars der diesjährigen Mitgliederveranstaltung von soft power – ein Moment des Zusammenkommens und der Reflexion, der ungewöhnlichen Konstellationen und strahlenden Aussichten.
Zeitraum
21.2.2026 -
Feedback
Alice Z Jones, Avantika, Basyma Saad, Jeanne-Ange Wagne, Juan Carlos Cuadrado, Liola Mattheis, Lyra Pramuk, M Elizabeth Scott, Maryisonacid, NM DJ, Rudi Burkhardt, Tam Tam, The Neighbourhood Character, Tomaso De Luca, Yves B Golden
Feedback ist eine transdisziplinäre Veranstaltungs- und Publikationsreihe, die von TABLOID Press und soft power von April bis Dezember 2025 präsentiert wurde. Bei jeder Veranstaltung wurden ein*e Autor*in, ein*e Musiker*in und ein*e bildende*n Künstler*in eingeladen, unter dem Einfluss des Literarischen, Poetischen und Textlichen aufzutreten und um Sprache und Resonanz in einem Raum der Reflexivität zu teilen.
Zeitraum
25.4.–5.12.2025 -
No mixed feelings: spiral downwards joy
Dalia Maini/DMT, Dana Cermane, Saverio Cantoni, Stefano “Menion” Ferrari
Für No mixed feelings: spiral downwards joy bilden Saverio Cantoni, Dalia Maini aka DMT und Stefano „Menion“ Ferrari ein Ensemble aus Instrumenten, Sensibilitäten und politischem Bewusstsein, das durch dissonante Frequenzen und akustische Fabulierungen geformt wird, begleitet von Dana Cermanes Übersetzung des gesprochenen Wortes und der akustischen Improvisationen in Gebärdensprache. Persönliche Erfahrungen und gelebte Realität werden miteinander verwoben, Trauer wird durch Noise transformiert. No mixed feelings: spiral downwards joy lädt das Publikum ein, gemeinsam die Entkräftung einer lebenswerten Welt zu betrauern. Die kollektive Performance befasst sich mit der Beziehung zwischen Territorium, Politik und Poesie in einer sich formverändernden oral-akustischen Erfahrung; transitorisch wie improvisierte Klangräume und transtemporal wie nächtliches Geschichtenerzählen.
Zeitraum
19.9.2025, 19.00 -
Corpus Iuris Artis: II. The Hearing
Selin Davasse
Selin Davasses Ausstellung Corpus Iuris Artis: II. The Hearing führt uns an den fiktiven „Gerichtshof für ethische Abrechnung in der Kunst“ – eine provisorisch errichtete Theaterbühne für eine Anhörung, Kulisse für ein Spektakel. In Anspielung auf den zutiefst performativen Charakter des Rechts und die Fragilität von Rechtssystemen spielt sich dieses Gerichtsdrama in einem Kartenhaus ab, das jeden Moment in sich zusammenfallen könnte. Hinter den Kulissen erleben wir in einem intimen und doch distanzierten Videoporträt die inneren Monologe, prägenden Erinnerungen, widersprüchlichen Glaubenssysteme, Prüfungen und Leiden einer Staatsanwältin. Beauftragt mit der Einhaltung des „Codex Iuris Artis – Statuten für spekulative und situative Ethik in der Kunstwelt”, besteht ihre Aufgabe nicht nur darin, ethische Doktrinen und berufliche Richtlinien durchzusetzen, sondern diese in all ihren Widersprüchen zu verkörpern. Zugleich Autoritätsfigur, Sündenbock und Opferlamm, wird die Staatsanwältin zum Symbol für die disziplinären Fantasien und Misserfolge der Kunstwelt. Sie ist eine Frau, die Regeln in eine Leere spricht, die nicht zuhört.
Zeitraum
30.8.–14.9.2025 -
backseat
federica nicastro (fen), meii soh
backseat ist eine Recherchekollaboration von meii soh und federica nicastro (fen), die sich mit der Schnittstelle zwischen Sound, Performance und Broadcasting beschäftigt. Dieser Workshop eröffnet die Forschungsarbeit des Duos zur Rückbank (backseat) als Raum der akustischen Abschirmung und Dissoziation, um persönliche und gemeinsame Erfahrungen durch das Teilen von Geheimnissen, Spannungen, Sehnsüchten, Geständnissen und den prismatischen Texturen von Weichheit und Macht zu reflektieren. Durch die Auseinandersetzung mit persönlichen digitalen Archiven und gemeinsamen Schreibmethoden lädt der Workshop dazu ein, Autor*innenenschaft zu dezentralisieren, kollektive Selbstreflexion zu betreiben und gemeinsam Geschichten zu erfinden.
Zeitraum
5.8.2025, 18.00–21.00 -
super soft summer residency 2025
Sumayyah Smith
Sumayyah Smith ist eine multidisziplinäre Tanzkünstlerin, die die Überschneidungen von Fürsorge, Kunstschaffen und Weltgestaltung miteinander verwebt. Ihre Bewegungskompositionen schaffen einen frei fließenden Raum für Freude und radikale Vorstellungskraft: Sie wandeln sich zwischen Somatik, Performance und Spiel als Werkzeuge für persönliche und kollektive Heilung. Sumayyah setzt sich spielerisch mit Natur, Sexualität, Humor, Surrealismus und der Dekonstruktion der Schwarzen Femme Identität. Während der super soft summer residency vom 30.6.–27.7.2025 wird sie sich mit der Recherche für ihre neueste Arbeit mit dem Titel Spring 1972 beschäftigen.
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30.6.–27.7.2025 -
Corpus Iuris Artis: I. The Deposition
Selin Davasse
Basierend auf einem fiktiven Rechtssystem und dessen grundlegendem Strafgesetzbuch entfaltet sich Corpus Iuris Artis als Ausstellungs- und Performancezyklus, in dem Selin Davasse eine neue Werkreihe präsentiert, die hinterfragt, kodifiziert, institutionalisiert und vor Gericht stellt, was heute eine ethische künstlerische oder kuratorische Praxis ausmacht. Auf humorvolle und selbstkritische Weise nähert sich das Projekt den Mechanismen und Machtverhältnissen innerhalb der Kunstwelt und thematisiert Fragen der sozialen Verantwortung, Rechenschaft und (Selbst-)Zensur – wobei es zugleich auf den performativen Charakter und die Fragilität von Rechtssystemen verweist.
Corpus Iuris Artis: I. The Deposition bei Mouches Volantes spielt den ersten Schritt dieses imaginären Rechtsprozesses durch. Selin Davasses Ausstellung Corpus Iuris Artis: II. The Hearing eröffnet im August 2025 bei soft power in Berlin. Ihre Performance Corpus Iuris Artis: III. The Appeal wird im September 2025 mit Pickle Bar in Berlin präsentiert.
Zeitraum
27.6.–9.8.2025 -
Changing Room
Anaïs Fontanges, Arash Nassiri, Ash Love, Kim Petras Paintings, Maggie Lee, Marius Meyer-Jens, Thomas Cap de Ville
Der Grenzzustand des Teenager-Daseins verweilt in einem Schlafzimmer. Hier manifestieren sich die Emotionen einer verwirrenden Zeit, die Herausbildung einer Identität. Ein Ort, an den wir später oft mit gemischten Gefühlen von Nostalgie und Erleichterung zurückdenken. Ein Ort, an dem sich unser soziales und politisches Wesen herausgebildet hat, eng verbunden mit unserem gesellschaftlichen Umfeld und der Bereitschaft zur Anpassung, oder vielmehr zur Rebellion dagegen. Die von Clémentine Proby und soft power kuratierte Gruppenausstellung Changing Room betrachtet das Jugendzimmer als einen Ort der Fragen und der Selbstreflexion, der Verwandlung und der Ungleichgewichte.
Zeitraum
2.5.–25.5.2025 -
Born with a silver spoon
Hannah Lilith Kuhlmann, Susan Abu Baker
Löffeln in 4 Akten: Born with a silver spoon war der Titel der diesjährigen Mitgliederversammlung von soft power, einem Abend gestaltet von Hannah Lilith Kuhlmann und Susan Abu Baker, der sich um den Löffel drehte – als Werkzeug, Objekt und Symbol. Jedes der Mitglieder wählte einen Löffel (oder der Löffel wählte sie) zum Beginn einer gemeinsamen Reise durch vier Akte und sechs Gänge, die von Susan Abu Baker (Essen) und Hannah Lilith Kuhlmann (Objekte) inszeniert wurden.
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22.2.2025 -
super soft residency #7
Carolin Schnurrer
Carolin Schnurrers multidisziplinäre Praxis verbindet Sound, Installationen, Workshops, Performances, Bewegtbild oder DJ-Sets und schafft transformative sensorische Erfahrungen, die von spekulativer Fiktion, Deep Listening und somatischer Psychologie geprägt sind. Ihr Interesse gilt dabei der Funktion und Verkörperung von Rhythmus und Ritual, um durch Grenzen, Kultur, Sprache und andere Ausgrenzungssysteme auferlegten Beschränkungen zu überwinden. Während ihrer dreiwöchigen Residency bei soft power beschäftigt sich Carolin Schnurrer mit dem Thema der körperlichen Fragilität und schöpft dabei aus ihrer persönlichen Erfahrung mit chronischer Fatigue, Immunstörungen und kognitiven Erschöpfungszuständen. Wie prägt das Verständnis von Verletzlichkeit in unserer Gesellschaft die Art und Weise, wie wir miteinander und mit der Welt um uns herum umgehen? Wie überschneidet sich diese Verwundbarkeit mit Machtstrukturen, insbesondere in einer Welt, in der unsere Nervensysteme zunehmend von externen Kräften infiltriert werden?
Zeitraum
20.1.–9.2.2025 -
BLOOD FALLS, you conque(e)r my heart
Margarete Luise Kiss
Mit BLOOD FALLS, you conque(e)r my heart präsentiert Margarete Kiss Szenen aus ihrem gleichnamigen Text, der Verlust, Erinnerung und Sehnsucht in der schmelzenden Landschaft der Antarktis thematisiert. Zentrales Motiv der Ausstellung sind die Blood Falls, ein mikrobiologisches Ökosystem am Taylor-Gletscher in der Antarktis. Aus einem subglazialen See, in dem der Gelidimuriae-Bakterienstamm seit 1,5 Millionen Jahren überlebt, tritt Wasser an die Oberfläche. Ursprünglich klar, färbt sich das Wasser rot, sobald es mit Sauerstoff in Kontakt kommt – eine Reaktion, bei der das enthaltene Eisen oxidiert und Eisenoxide entstehen. BLOOD FALLS, you conque(e)r my heart ist eine Lovestory auf vielen Ebenen, die die Suche nach Verbundenheit und Relationalität in Momenten von Schmerz und Isolation symbolisiert. In der Installation nimmt diese Suche Gestalt in einer immersiven Landschaft an, Fragmente von Textzeilen, mikroskopische Aufnahmen und Bandshirts schaffen eine Atmosphäre zwischen Teenagerzimmer, Schneelandschaft und Labor. Dieses fragile, widerständige Bild wird ergänzt durch eine Sammlung von YouTube-Snippets, die weinende Teenager aus den frühen 2000er Jahren zeigen, die ihre Emotionen vor der Kamera teilen. Die Installation widmet sich nicht nur dem visuellen Phänomen der Blood Falls, sondern versteht dieses als Metapher für die komplexen Verflechtungen von Schönheit, Schmerz und Widerstand.
Zeitraum
9.1.–12.1.2025 -
Abolitionist Kino
Abolitionist Jelly
Abolitionist Kino – initiiert von der 2023 in Berlin gegründeten Forschungsgruppe Abolitionist Jelly – widmet sich Filmen und Diskussionen über Abolitionismus und Erfahrungen mit transformativer Gerechtigkeit. Während Abolitionismus im historischen Sinne die Bewegung zur Beendigung der Sklaverei und zur Befreiung versklavter Menschen auf der ganzen Welt ist, laden uns zeitgenössische Abolitionismen dazu ein, zu diskutieren und zu lernen, was es heute bedeutet, den Kampf für Abolition – eine Welt jenseits von Polizei, Gefängnissen und Grenzen – aufzugreifen und neu zu imaginieren. Die erste Ausgabe des Abolitionist Kino bei soft power dreht sich um den Dokumentarfilm A Litany For Survival: The Life and Work of Audre Lorde (1995, 90 Min., englischsprachig) von Ada Gay Griffin & Michelle Parkerson. Die Veranstaltung lädt dazu ein, die kollektiven Lernmethoden von Abolitionist Jelly kennenzulernen und gemeinsam über Kreativität als Weg zur Abolition nachzudenken – inspiriert durch das Leben und Werk von Audre Lorde. Das Filmscreening, mit anschließendem informellen Raum für Diskussion und Austausch, wird von Derek MF Di Fabio und Susanna Gonzo moderiert.
Zeitraum
12.12.2024 -
on animated architecture
Dongchan Kim, Esteban Pérez, Jakob Francisco, Juliane Tübke, Maija Fox, Nina Nowak
Aufbauend auf einer Reihe von kollektiven Gesprächen rund um den Industriebezirk Berlin-Tempelhof betrachtet die Gruppenausstellung on animated architecture den Akt des Zurücklassens durch kritische Perspektiven, um die Belastung hervorzuheben, die veraltete Infrastrukturen in urbanen Ökosystemen darstellen. Zugleich wird dabei das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem und privatem Raum sowie die Machtdynamik in der Stadtplanung betont. Während Tempelhof zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein blühender Industriestandort war, erscheinen diese vormaligen Industriegebiete heute größtenteils von leeren Gebäuden und Ruinen geprägt – dünn besiedelt von einer eklektischen Mischung aus Autowerkstätten, Schrottplätzen, Großhandel und Lieferdiensten wirkt die Gegend sonst wie aus einer anderen Zeit zurückgelassen. on animated architecture setzt sich – geprägt von einer Reihe Diskussionen, die von Kurator Guilherme Vilhena Martins moderiert wurden – mit Begriffe wie „Abfall“, „Bereinigung“, „Extraktion“ und „Hegemonie“ auseinander. Wie eine Sezierung eines Stilllebens wird die Möglichkeit einer Kritik auf der Grundlage verschiedener emotionaler Reaktionen skizziert und ein Sinn für Gestik und Animation angedeutet; eine vorsichtige Berührung inmitten des Schrotts.
Zeitraum
15.11.–8.12.2024 -
Mixed Feelings 2 – Still with Mixed Feelings
Dana Cermane, Mixed Feelings, Refuge Worldwide, Saverio Cantoni, SchwarzRund
Mit Mixed Feelings 2 – Still with Mixed Feelings setzt Refuge Worldwide ein im Jahr 2023 begonnenes Radioprojekt fort, das sich mit den individuellen und kollektiven Praktiken von Künstler*innen befasst, die Vorurteile und ableistische Wahrnehmungen von behinderten Körpern abbauen und die Schaffung von Barrierefreiheit als kreative Praxis der Inklusion betrachten. Mixed Feelings erforscht die Erfahrungen und Praktiken behinderter Künstler*innen über Sound hinaus in einem multisensorischen, mehrsprachigen Projekt. soft power schloss sich Mixed Feelings im Rahmen der zweiten Edition als Partnerin für die Projektverwaltung und das Budgetmanagement an.
Zeitraum
10.8.2024–28.2.2025 -
Money on my mind
Nea-Kosma
In dem 2-stündigen Workshop Money & Emotions mit Nea-Kosma (Rea Stamatoulakis und Vanessa Olt) geht es darum, die eigenen Perspektiven zu Geld zu erkennen und gesellschaftlich-strukturelle Barrieren zu durchschauen. Interaktive, anonymisierte, Übungen, Leitfragen und abschließende Diskussionen laden die Teilnehmenden dieser Session dazu ein, tief verwurzelte Verbindungen zwischen Geld, Wert und Emotionen einzuordnen, den Einfluss ihres Umfeldes und Zugang zu Ressourcen zu reflektieren, sowie die eigene emotionale Ebene im Umgang mit Geld zu entschlüsseln. Die gewählten Gesprächsmethoden fördern einen gleichberechtigten Austausch aller Teilnehmenden. Im Anschluss an den Workshop bleibt die Bar bei soft power geöffnet, um den Dialog in einem geschützten und unterstützenden Umfeld fortzusetzen. Der Workshop ist kostenlos, findet auf Englisch statt und ist für max. 25 Personen zugänglich. Bitte meldet euch bis zum 19.8. an (siehe ausführliche Workshop-Beschreibung unter „Programm“).
Zeitraum
27.8.2024, 18.30–21.30 -
super soft summer residency 2024
Dylan Spencer-Davidson
Dylan Spencer-Davidsons Praxis umfasst Performances, Workshops, Video-, Musik- und Textproduktion und dreht sich um Fragen des Zusammenseins. Indem seine Arbeiten normative, gewalttätige Beziehungsformen in Frage stellen, bieten sie Raum für kollektive emotionale Verarbeitung und schlagen alternative Formen der neuroqueeren Kommunikation und Zusammenarbeit vor, die auf Zuhören, Einvernehmen, Verkörperung, Differenz und Verletzlichkeit beruhen. Als OPEN-BODY arbeitet Dylan mit Joy Mariama Smith zusammen, um Fragen der relationalen Choreographie und der Bedingungen performativer Praxis zu untersuchen. Im Rahmen eines 10-monatigen Fellowships an der School of Commons in Zürich leitet Dylan zusammen mit Psychoanalytiker*in Iggy Robinson eine Studiengruppe, die unter dem Titel Business as Usual das Unbewusste und Unausgesprochene in kollektiver Praxis untersucht – mit besonderem Fokus auf die Frage, wie Gruppendynamiken vor dem Hintergrund zunehmender politischer Dringlichkeit dazu neigen können, den Status quo aufrechtzuerhalten und politisches Handeln zu behindern.
Zeitraum
22.7.–25.8.2024 -
European Spirits
Filippo Vogliazzo
Als skulpturale Installation, die allmählich vom Publikum verzehrt wird, schafft European Spirits einen temporären gemeinsamen Raum rund um den Konsum von hausgemachten Spirituosen. Die Installation bietet dem Publikum eine Auswahl von mehreren Litern selbst gebrannter Spirituosen in zahlreichen wiederverwendeten Plastikflaschen, die im Laufe der Zeit gesammelt wurden. Das 2021 von dem Künstler Filippo Vogliazzo initiierte Projekt zeichnet die jüngste Geschichte aus einer alternativen Perspektive nach – von den dramatischen Folgen der europäischen Sparpolitik bis hin zur veränderten Beziehung von Landwirt*innen und Kleingewerbler*innen zu ihren Landschaften. Viele der Liköre, die heute noch in der Grauzone zwischen einer zentralisierten Regierungsform und den „Vororten“ der Europäischen Union hergestellt werden, eröffnen die Möglichkeit, sich Themen wie Globalisierung und Tradition, alternativen Vertriebsmodellen und offiziellen Handelsmärkten zu nähern. Vom Poitín aus Irland bis zum Patxaran aus dem Baskenland wird hier die Herstellung und der Konsum von hausgemachten Spirituosen als eine kulturelle Praxis vorgestellt, die eng mit den Kämpfen um Identität und gegen den Imperialismus verwoben ist. Durch performative Interventionen mehrerer teilnehmender Künstler*innen lädt European Spirits das Publikum ein, ein Glas zu erheben und mit denjenigen anzustoßen, die gerade neben ihnen stehen, um gemeinsam kurz in der antiimperialistischen Seligkeit zu verweilen, die hausgemachte Spirituosen zu bieten haben.
Mit Beiträgen von: Daniele Lucchini, Dylan Kerr, Lisa Holzer, Lugh O’Neill, Margarita Maximova, Marta De Pascalis, Miiel Ferráez & Clarer Winter und Nadia Marcus
Zeitraum
12.7.–14.7.2024 -
super soft residency #6
AFAIK
AFAIK ist ein 2023 gegründetes Kollektiv, das Videoinstallationen, Performances und Skulpturen produziert, die sich mit der Absurdität des Kapitalismus und seiner trostlosen Natur auseinandersetzen. Seit 2023 arbeitet das Kollektiv an einer Trilogie, bei der jeder Teil aus einer Videoinstallation, Skulpturen und gefundenen Objekten als wesentliche Protagonist*innen besteht. Als erste von drei Ausstellungen wurde Mama, Bubu & me – eine Videoinstallation, drei Spiegel, ein ausgestopfter Schwan und eine Live-Performance – im Februar 2024 bei GROTTO präsentiert. Während ihrer super soft residency recherchieren und proben AFAIK für die nächste Iteration der Trilogie, die unter anderem eine Séance, einen Chor und magische Objekte beinhalten wird. Zum Ende ihrer Residency werden AFAIK an einem gemeinsamen Open Studio Event teilnehmen, das am 6. Juli von 14.00-19.00 Uhr in der Ateliergemeinschaft in der Fabrik stattfindet.
Zeitraum
24.6.–7.7.2024 -
Morning Show: Η ΚΑΛΗΜΕΡΑ ΤΗΣ ΜΑΡΜΟΤΑΣ (Groundhog Good Day)
Agape Harmani
In Anspielung auf den Titel des Films Groundhog Day („Und täglich grüßt das Murmeltier“) von 1993 entfaltet sich die Videoperformance Η ΚΑΛΗΜΕΡΑ ΤΗΣ ΜΑΡΜΟΤΑΣ (Groundhog Good Day) (2022-fortlaufend) als Gruppenimprovisation, von (griechischen) Morning Shows inspiriert, die täglich im nationalen Fernsehen ausgestrahlt werden. Diese stundenlangen TV-Sendungen, stark von US-amerikanischen Formaten der Art beeinflusst, sollen die vermeintlichen Interessen von Hausfrauen ansprechen und bestehen in der Regel aus einer Moderatorin und eingeladenen Gästen, die sich im Verlauf des Vormittags mit Diskussionen, Kochen, Promi-News und sonstigen Reportagen beschäftigen. In humorvoller Aneignung dieses Formats wurde Η ΚΑΛΗΜΕΡΑ ΤΗΣ ΜΑΡΜΟΤΑΣ (Groundhog Good Day) von der griechischen Künstlerin Agape Harmani als fortlaufende Serie konzipiert, die derzeit aus sieben Folgen in zwei Staffeln besteht. Die Arbeit untersucht, wie man unter systemischen, institutionellen und notorisch patriarchalischen Bedingungen existieren und/oder performen kann, und hinterfragt die Idee der Performativität innerhalb geschlechter- und klassenbasierter Machtsysteme, in zwischenmenschlichen Beziehungen, im realen Leben und online. Η ΚΑΛΗΜΕΡΑ ΤΗΣ ΜΑΡΜΟΤΑΣ (Groundhog Good Day) kontextualisiert das „alltägliche Leben“ aus klischeehaften Blickwinkeln, ist gleichzeitig verführerisch und entfremdend, eine soziale Studie und eine Satire.
Zeitraum
28.4.2024, 11.30–16.00 -
Zeal: You are always at the beginning & always at the end
Lea Dippold, Lisa Dieterle, Vera Kamea, Veronika Marxer, Xtreme Girl (Laura Radzewicz & Lena Peplińska)
Von November 2023 bis März 2024 begleitete soft power Zeal Studios als Mentorinnen bei ihrer selbst initiierten und selbst organisierten 4-monatigen Residency. Die Künstlerinnen Laura Radzewicz, Lena Peplińska, Lea Dippold, Lisa Dieterle, Veronika Marxer und Vera Kamea setzten sich während ihrer Residency rund um den Begriff der vernetzten Technologie kritisch mit den Themen Fan- und Autofiktion, technischer Imagination und posthistorischer spiritueller Praxis auseinander.
Das von Erasmus+ unterstützte Residency-Programm mündete in der Gruppenausstellung You are always at the beginning & always at the end , die am 28. März 2024 bei Council+ eröffnet wurde (kuratorisches Team: Émonie Fay Chetwin, Tim Rosenbaum und Mike Morlock).
Zeitraum
1.11.2023–30.3.2024 -
Private Collection
Aline Lacroix, anonymous, Anthea Hamilton, Barbara Lenartz, Carolin Schnurrer, Charlotte Rohde, Chef Barbarin, Daniele Pusinanti, Donna Volta Newmen, Edgar Calel, Eldad Arnon, Eva Rogmark Frostbrant, Frédéric Renner, GAKKO, Hannah Lilith Kuhlmann, Hannah Sophie Dunkelberg, Hugo Bussi, Janna Ullrich, Laura Welker, Lena Platonos, Lisa Franz, Lukas Städler, Malte Mäsgen, Maria Knabe, Markus Jännti, Maximilian Rest, Mirta Ángela Perdomini, Moritz, Olafur Eliasson, Osías Yanov, ravage ceramics, Sangun Ho, Tatjana Stürmer, TDD, Tenki Hiramatsu, Thomas Merkel, Yves Itzek
Anlässlich seiner dritten jährlichen Mitgliederversammlung hat der Kunstverein soft power seine Mitglieder dazu eingeladen, Objekte aus ihren Privatsammlungen als Leihgaben für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Bereits in der Einladung an die Mitglieder verdeutlicht sich der Anspruch, den soft power an dieses Projekt stellte: „Was Ihr als “Kunstwerk“, als ein Teil Eurer „Sammlung“ und als „ausstellungswürdig“ empfindet, bleibt dabei gänzlich Euch überlassen.“ Die Geste der Zusammenstellung und Präsentation einer als Gesamtheit fiktiven Private Collection schließt sich an Diskurse über Wert, Urteilsmacht und Kanonbildung in der Kunst an. Im Spannungsfeld zwischen dem Kunstobjekt als kalkulierbare Wertkategorie und der Subjektivität seiner Betrachter*innen wird die Bildung eines „Kunstbegriffs“ unweigerlich als Geschmacksfrage offenbart. In spielerischer Anlehnung an – und in Abgrenzung zu – dieser zutiefst bourgeoisen historischen Verortung des Modells „Kunstverein“ gibt soft power seinen Mitgliedern die Deutungshoheit, was die Öffentlichkeit, die ein Ausstellungsraum als institutionell legitimierender Rahmen produziert, erblicken soll. Als kollektive Sammlung anonymisiert, offenbart die Private Collection individuelle, rationale wie sentimentale, oft liebevolle und manchmal komplizierte Beziehungen zu Kunst und ihrem (Markt)Wert. Was wird auf einen Sockel gehoben, in einer Vitrine geschützt oder eingerahmt? Inwiefern generiert sich durch diese Geste der Hervorhebung allein schon der Wert des “Kunstobjekts”?
Zeitraum
2.12.–22.12.2023 -
FARAH
Ginan Seidl, Yalda Afsah
FARAH (2023) ist ein Film über das Erwachsenwerden; über das Hinein- und Herauswachsen aus verschiedenen Fremd- und Selbstbildern. Die Filmemacherinnen Yalda Afsah und Ginan Seidl begegneten ihrer Protagonistin Farahnaz erstmals 2013 in Afghanistan, wo sie gemäß der afghanischen „Bacha Posh“-Tradition als Junge erzogen und von klein auf mit einer binär strukturierten Gesellschaft und deren geschlechterbasierten Rollenzuschreibung konfrontiert wurde. FARAH begleitet Farahnaz nun im Teenager-Alter durch ihren Alltag in Deutschland: im Unterricht, im Haushalt der Schwester, beim Abhängen mit Freund*innen, bei der Wahl des richtigen Outfits oder beim Entziffern von Briefen der Ausländerbehörde. In dokumentarischen Aufnahmen sowie in Selfie-Videos auf TikTok positioniert sich Farahnaz selbstbewusst in einer Gesellschaft, die sich von derjenigen unterscheidet, in die sie hineingeboren wurde, aber von ihren eigenen Normen bestimmt wird; sie verhandelt die ihr gesellschaftlich zugewiesenen Rollen neu – als Migrantin in Deutschland, als „Mädchen in Jungenkleidung“, als Familienmitglied und als Freundin.
FARAH (2023, 82 Minuten, Deutsch/Dari) wird in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Im Anschluss an das Screening findet ein Gespräch mit Yalda Afsah und Ginan Seidl (auf Englisch) statt.
Zeitraum
23.11.2023 -
Omen Central
Alex Quicho, CMMC (Céline Mathieu and Myrthe Christianne van der Mark), Kloxii, Philip Maughan
Der Fantasie und Ästhetik künstlicher Wetterbeeinflussung und anderen Formen atmosphärischen Managements gewidmet, entfaltet sich Omen Central als Performance-Abend – aus der Perspektive eines katastrophensensiblen Avatars – in einer Farm der Zukunft kurz nach ihrem unerklärlichen Zusammenbruch und in einem Sonnenstudio. Erwartet werden besorgniserregende Prognosen, Corporate Wellness und Fake-Tanning.
Mit einer Lesung von Philip Maughan aus seinem in Entwicklung befindlichen Roman, einer neue Performance von Alex Quicho, einer Soundperformance von Kloxii sowie künstlichen Lichtskulpturen von CMMC (Céline Mathieu und Myrthe Christianne van der Mark). Omen Central ist Teil von The well tempered, einem Programm über Atmosphäre und Atmosphärisches.
Zeitraum
26.10.2023 -
All Muses are Dead
Donna Volta Newmen
In ihrer Einzelausstellung All Muses are Dead stellt Donna Volta Newmen die komplexen Charaktere und verborgene Geschichten der Künstler*innen, Erfinder*innen, politischen Drahtzieher*innen und Mäzen*innen in den Mittelpunkt, die sich hinter den unzähligen, oft anonymen Frauenporträts der westlichen Kunstgeschichte und ihrer Institutionen verbergen. Die druckgrafischen Portraits Newmens beharren auf die Autor*innenschaft, Autonomie, (Selbst)Repräsentation und Subjektivität der dargestellten Personen. Die Individualität ihrer Subjekte wahrend bricht Newmen dabei mit der für die Druckgrafik charakteristisch seriellen Sprache der Radierung – Strichätzungen, Aquatinta, Mezzotinto und Kaltnadel – durch den Einsatz malerischer Elemente der Monotypie. Es entstehen keine Auflagen, sondern Einzelwerke. Indem Donna Volta Newmen mit ihren neuen Arbeiten der Muse den Tod erklärt, schafft sie nicht nur kritische (kunst)historische Bezüge auf weiblich zugeschriebene Rollenbilder, sondern zelebriert mit All Muses are Dead auch jene Persönlichkeiten, die aus der Kunsthistorie strukturell ausgeschlossen oder zur Muse reduziert wurden und deren widerständige Posen als subversive und emanzipatorische Gesten für gesellschaftliche und politische Veränderungsprozesse einstehen, in historischen wie auch in zeitgenössischen Kontexten der Selbstdarstellung und -inszenierung.
Zeitraum
20.7.–10.8.2023 -
Plural Perspectives
Alice Creischer, Aykan Safoğlu, Edgar Calel, Jota Mombaça, Mukenge/Schellhammer
Das Ausstellungsprojekt Plural Perspectives beschäftigt sich mit zeitgenössischen Dynamiken und einer Vielfalt an Sichtweisen auf Bauwerke und Orte, die in sich eine symbolische Bedeutung für die Stadt Berlin tragen. Das von Dereck Marouço Sant’Anna da Silva kuratierte Projekt verbindet den öffentlichen Raum mit künstlerischen Praktiken, die neue Dialoge mit Denkmälern, Gebäuden oder Institutionen anstoßen, um von Staat und Kapital getragene (historische) Narrative zu reflektieren und zu befragen. Fünf künstlerische Positionen wurden eingeladen, neue Werke in Bezug auf fünf Orte in der Stadt zu schaffen: Alice Creischer (Mall of Berlin), Aykan Safoğlu (Siegessäule), Edgar Calel (Sarottifabrik), Jota Mombaça (Haus der Berliner Konferenz) und Mukenge/Schellhammer (Humboldt Forum). Im Juni 2023 wurden die entstandenen Arbeiten bei soft power – selbst an einem dieser Schauplätze, der ehemaligen Sarotti-Fabrik in Tempelhof, verortet – in einer Gruppenausstellung präsentiert. Zugleich waren die Werke auf Plakaten in der unmittelbaren Umgebung des jeweiligen Ortes auf der Straße präsent und auf einer interaktiven Website geografisch verortet. Die kritische Beziehung, die zwischen den künstlerischen Positionen, dem Ausstellungsort und dem Stadtraum hergestellt wurde, zielt darauf ab, die Kunsterfahrung zu dezentralisieren und andere Erzählungen in das sozial-urbane Gefüge einzufügen.
Zeitraum
10.–25.6.2023 -
www.softpower.world
Studio ABO
Als Teil einer prozesshaften Neuausrichtung von digitalen Strategien und Onlinepräsenz arbeitete soft power über einen Zeitraum von acht Monaten mit Studio ABO zusammen. Studio ABO (Tra My Nguyen, Ozan Şanal, Hüseyin Burak Yel und Ahmet Erdem Şentürk) ist ein Kollektiv für visuelle Kommunikation und Design mit Sitz in Berlin und Istanbul. An der Schnittstelle von kulturellen, kommerziellen und Forschungsprojekten entwickeln sie visuelle Strategien in Digital- und Printmedien. Die Gestaltung und Programmierung der neuen soft power Website wurde ermöglicht durch das Förderprogramm NEUSTART KULTUR im Programmteil KULTUR.GEMEINSCHAFTEN aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL).
Zeitraum
16.8.2022–31.3.2023 -
GRAT/super soft residency #5
Ajuk Raym, Andy Aquarius, Ariel Noltimier, Elsa Rouy, Gaelle Cordeau, Guy Cohavi, Isabel Cavenecia, Jonas Fortier, Kate Channer, Katharina Ruhm, Kitty Doherty, Marta Talvet, Sofi Naufal, Yael Esti Mor
Unter dem Titel GRAT organisierten Sofi Naufal und Yael Mor als Teil ihrer super soft residency einen Performance-Abend bei soft power. GRAT ist eine Veranstaltungsreihe, die Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Musiker*innen in einer Gemeinschaft des kollaborativen Experimentierens zusammenbringt. Nach einem Workshop mit Mitgliedern der GRAT Community während ihrer einwöchigen Residency bei soft power traten Yael Mor und Sofi Naufal (mit Ajuk Raym und Marta Talvet) sowie Andy Aquarius (Multiinstrumentalist, keltische Harfe und Stimme) auf. Umrahmt von einer Präsentation der künstlerischen Ergebnisse dieses gemeinschaftlichen Arbeitsprozesses steht im Mittelpunkt von GRAT die Auffassung, dass transformative Prozesse stattfinden können, wenn Künstler*innen sich sicher fühlen und Risiken eingehen können. Die von Yael Mor und Sofi Naufal organisierten Veranstaltungen finden in intimen Räumen in der ganzen Stadt statt, in denen Künstler*innen und Publikum in ausgedehnten Momenten der Verletzlichkeit zusammenkommen können.
Zeitraum
20.–29.4.2023 -
super soft residency #4
Anan Fries
Anan Fries arbeitet an der Schnittstelle zwischen digitaler und darstellender Kunst und beschäftigt sich derzeit mit Begriffen von Trauer und Schuld im Kontext artenübergreifender Beziehungen. Im Rahmen der super soft residency entwickelte Anan ein Projekt weiter, das sich um die Passagiertaube dreht – eine Spezies, die vor mehr als hundert Jahren ausgerottet wurde und durch gentechnische Eingriffe bald wieder zum Leben erweckt werden könnte. In Zusammenarbeit mit den Performer*innen Brig Huezo, Kieron Jina, Karol Tyminski sowie dem Developer Ambrus Ivanyos erforscht Anan Fries im Rahmen dieses neuen Projekts Bestattungsrituale, die sowohl im physischen als auch im virtuellen Raum stattfinden. Resurrect In Peace (R.I.P.) wurde am 27. April im HAU3 Hebbel am Ufer uraufgeführt (weitere Performances fanden vom 28. bis 30. April statt).
Zeitraum
4.3.–30.3.2023 -
MIGLĖ Workshop
Miglė Kazlauskaitė
Bei diesem Workshop mit der in Berlin lebenden Künstlerin, Designerin und Goldschmiedin MIGLĖ wurden Teilnehmer*innen in den Prozess der Wachsgusstechnik eingeführt, um ein individuelles Schmuckstück herzustellen. MIGLĖs Praxis als Designerin und Goldschmiedin zeichnet sich durch eine reiche visuelle Sprache aus, die von zeitgenössischen Strömungen in Kunst und Design beeinflusst ist. Edelmetall wird geschmolzen und zu Ringen und anderen nicht geschlechterspezifischen Stücken verformt, wobei die Kontingenz der Materialeigenschaften selbst zum Vorschein kommt.
Zeitraum
4.12.2022 -
Seasons of spirit *Sensorial rite experience*
Alina Lehle, Ayscha Zarina Omar, Irene Fernández Arcas, Nadav Naim Kirsh
Was wäre, wenn wir das Jahr in Jahreszeiten einteilten, nicht entsprechend des Wetters oder der Zeit, sondern nach Jahreszeiten der Empfindungen, des Körpers und des Geistes? Das gemeinsame Essen ist eines der ältesten Gemeinschaftsrituale, das mit Selbsterhaltung, Ernte und Dankbarkeit verbunden ist. Die von Irene Fernández Arcas, Nadav Naim Kirsh, Ayscha Zarina Omar und Alina Lehle choreografierte Performance Seasons of spirit *Sensorial rite experience* betrachtete das gemeinsame Essen als soziale Skulptur. Als Jahresgabe für Unterstützer*innen des gemeinnützigen Kunstvereins wurden die Mitglieder von soft power eingeladen, Teil dieser kollektiven Performance zu werden, indem sie die Idee eines Abendessens als Körper in Interaktion mit den vorgeschlagenen sieben Sinnen und Jahreszeiten erlebten.
Zeitraum
26.11.2022 -
3hd 2022: Don’t panic
George Henry Longly, JAZSALYN, Katja Novitskova, Lito Kattou, Sofia Moreno, Tianzhuo Chen
Im Rahmen des Creamcake Festivals 3hd 2022: Life, the Universe, and Everything präsentierte die Gruppenausstellung Don’t Panic Werke von George Henry Longly, JAZSALYN, Katja Novitskova, Lito Kattou, Sofia Moreno und Tianzhuo Chen, die sich jeweils auf zeitgenössische Kosmologien beziehen und einen erweiterten Blick auf Vorstellungen von “worldbuilding” durch von uns bewohnte Räume, irdische Grenzen und extraterrestrische Dimensionen werfen. Die von Creamcake kuratierte Ausstellung, die Skulpturen, Installationen, Videos und eine Eröffnungsperformance umfasste, beschäftigte sich mit Technologie, Vorstellungen von Realität, Spiritualität und Weltraumkolonisation sowie ökologischer Komplexität hier auf der Erde.
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21.10.–1.11.2022 -
Soft notes: Voice messages for the collective ear
Berlin Art Prize, SLIC Unit, sobat sobat, Studio ABO
Auf Einladung von Air Berlin Alexanderplatz kuratierte soft power diese Ausgabe des Air Salon, die auf Colaboradio (88,4 MHz in Berlin und 90,7 MHz in Potsdam) gesendet wurde. Der Salon nahm die Form einer Ansammlung von Sprachnachrichten an, um Begriffe von Kollektivität zu diskutieren – eine Selbstreflexion, ein Fragebogen, ein Gespräch, ein Monolog, Dialog, Multilog. soft power lud dafür andere Kollektive und kollektiv organisierte Gruppen ein, sich diesem „Gespräch“ per Sprachnachricht anzuschließen: Alicia Reuter (Mitbegründerin und Co-Direktorin des Berlin Art Prize), Anissa Carrington (Mitbegründerin und Mitglied des DJ-Netzwerks SLIC Unit), Viviane Tabach & Theseas Efstathopoulos (zwei sobat-sobat (Kunstvermittler*innen der documenta fifteen) und Herausgeber*innen der Publikation Ever Been Friendzoned by an Institution?) und Tra My Nguyen (Mitbegründerin und Mitglied des Designkollektivs Studio ABO).
Zeitraum
18.10.2022 -
Will The World Ever
Anan Fries, Anne Duk Hee Jordan, Zippora Elders
Unter dem Titel Will The World Ever präsentierte der Salon on Sustainability #2 (organisiert von Marjolein van der Meer, Air Berlin Alexanderplatz) phantastische Szenarien, Kommentare und kritischen Vorstellungen von gegenwärtigen und zukünftigen Welten. Der Salon beschäftigte sich mit Fragen von Mutation und Transformation an den Schnittstellen von Nachhaltigkeit, Science Fiction und Technologie, schlug posthumane Perspektiven vor und erkundete die Potenziale spekulativer (Auto-)Fiktion. Die Veranstaltung präsentierte Arbeiten der bildenden Künstler*innen Anan Fries und Anne Duk Hee Jordan, gefolgt von einem gemeinsamen Gespräch, das von Zippora Elders, Leiterin der kuratorischen Abteilung des Gropius Bau, moderiert wurde.
Zeitraum
21.9.2022 -
CAT
Alexander Ruthner, Arthur Löwen, Christian Holze, David Schiesser, Grégory Sugnaux, Immanuel Birkert, Istihar Kalach, Ivan Perard, Janes Haid-Schmallenberg, Johannes Bendzulla, Katharina Höglinger, Katharina Schilling, Lito Kattou, Lukas Thaler, Malte van der Meyden, Maria Schumacher, Max Kreis, Maximilian Kirmse, Merav Kamel & Halil Balabin, Mevlana Lipp, Nadia Barkate Barreiro, Peter Oliver Wolff, Philip Hinge, Ralph Schuster, Robert Brambora, Sangun Ho, Sári Ember, Siggi Sekira, Tenki Hiramatsu, Vika Prokopaviciute, Wolfgang Matuschek, Zuzanna Czebatul
Contemporary Artist Things (CAT) bietet Editionen und Kunstwerke von ausgewählten Künstler*innen aus der ganzen Welt an. Die Onlineplattform strebt einen erleichterten Zugang zu zeitgenössischer Kunst an, um eine neue und weniger exklusive Art des Sammelns von Kunst zu fördern. Das Editionsprogramm wird von Nora Cristea und Vincent Schneider kuratiert. Während der Berlin Art Week 2022 präsentierte CAT bei soft power eine Gruppenausstellung, in der Werke aus dem aktuellen Programm CATs, sowie auch neue Arbeiten von Aniara Omann, Felix Schroeder, Petros Moris und Tim Plamper erstmals gezeigt wurden.
Zeitraum
16.–18.9.2022 -
It’s my house
Sangun Ho
In Anlehnung an Diana Ross’ ikonischen Hit It‘s my house beschäftigte sich Sangun Hos Einzelausstellung bei soft power mit den Details, die unser Alltagsleben an der Oberfläche bestimmen. Die romantische Begegnung zweier Tauben auf einem Bürgersteig; ein verlassenes Kissen, das gemütlich auf einem Fensterbrett ruht; ein kleiner Hund, der über die Kante des Frühstückstisches lugt; eine Flasche, die sich unter dem Kühlschrank versteckt – Sangun Ho sammelt und akkumuliert diese Fragmente auf eine schnappschussartige Art und Weise und hält ihre flüchtige Präsenz an, indem er jedem von ihnen die konzentrierte Aufmerksamkeit schenkt, die seine detaillierten Handzeichnungen verlangen. Ho lädt uns ein, in die präzise Zufälligkeit eines jeden solchen Moments hineinzuzoomen; er lädt uns ein in seine Welt, manchmal buchstäblich in sein Haus.
Zeitraum
30.4.–22.5.2022 -
EKA Satellite
EKA Master of Arts in Graphic Design
Der Master of Arts (MA) in Grafikdesign an der Estonian Academy of Arts (EKA) ist ein zweijähriges Programm, das von einer erweiterten Sichtweise auf Grafikdesign als eine Form der Wissensproduktion ausgeht, deren Rolle als eine Art und Weise verstanden werden kann, „Dinge öffentlich zu machen“. Im Februar 2022 hielten Linnéa Bake und Donna Volta Newmen von soft power als „Invited Critics“ des Studienjahres 2021-2022 im Rahmen des Satellit-Programms der EKA in Berlin ein Seminar für die Studierenden. Im Einklang mit dem Lehrplan des MA-Studiengangs, der den Studierenden die Möglichkeit bietet, sowohl mit traditionellen Modellen des Grafikdesigns, als auch mit diskursiven und kuratorischen Formaten zu arbeiten, konzentrierte sich das Seminar auf kollaborative kuratorische Praxis, Finanzierungs- und Fördermodelle für unabhängige Projekte und andere Aspekte der Selbstorganisation, die soft power als junge Institution prozesshaft entwickelt.
Zeitraum
28.2.2022 -
super soft residency #3
Lila Steinkampf, Marlyn Kist de Ruijter
Die Wege von Lila Steinkampf und Marlyn Kist de Ruijter kreuzen sich an den pastelligsten aller Orte, inmitten allem, was weich ist und schimmert. Die beiden haben eine gemeinsame Vorliebe für Farben und Textur, Glibber, Essen und feine Details von Blumen. Marlyn Kist de Ruijter (Amsterdam, NL) ist eine Künstlerin, deren Arbeit von Blumenarrangements bis hin zu Set- und Fooddesign reicht. Fasziniert von Neuinterpretationen der Natur verwendet sie sowohl natürliche als auch synthetische Materialien, um natürliche Umgebungen widerzuspiegeln. Ihre Kompositionen sind raffiniert und phantasievoll, wobei der Schwerpunkt auf Textur und Farbe liegt. Zwischen floralem Design und bildender Kunst pendelnd sucht sie in ihrer Arbeit nach dem Aufbau von Charakteren und Welten. Lila Steinkampf (Berlin, DE) ist eine Künstlerin und Foodstylistin, die unter dem Namen Steinkampf Flower Cakes arbeitet. Sie hat Design in Deutschland und in den Niederlanden studiert und setzt ihre Designpraxis seit 2020 in essbare Skulpturen um.
Zeitraum
20.–27.2.2022 -
super soft residency #2
Sophia Seiss
Die Tänzerin und Performern Sophia Seiss beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Übersetzung von körperlichen Prozessen in soziale Phänomene. Mit ihrem neu entwickelten Solo Inflammations erforschte sie während ihrer super soft residency, wie eine Idee, eine Geste oder sogar ein zufälliges Ereignis eine Welle auslösen kann, die eine Masse mitreißt. Inflammations (“Entzündungen”) beschreibt einerseits das Pulsieren einer Wunde oder einen brennenden Schmerz, verweist zugleich aber auch auf soziale Phänomene, die gesellschaftliche Prozesse anstoßen; wenn aus der*dem Einzelnen Vielfältiges/Vielfaches wird. Sophia Seiss lebt und arbeitet als Tänzerin und Performerin in Berlin. Derzeit studiert sie im Masterprogramm EXERCE am Institut Chorégraphique International in Montpellier. Sie kollaboriert mit Musiker*innen, bildenden Künstler*innen und Choreograph*innen in Deutschland, Frankreich der Schweiz und der Ukraine.
Zeitraum
18.–26.1.2022 -
SCHOOL OF INTUITIONS
Carolin Schnurrer, Charlotte Rohde, Vera van de Seyp
Die erste Ausgabe der SCHOOL OF INTUITIONS widmete sich der Wissensvermittlung im digitalen Bereich und bot jungen Frauen und nicht-binären Personen eine Plattform gemeinschaftlichen Lernens und Experimentierens. Dabei gaben die Workshop-Leiterinnen Carolin Schnurrer (elektronische Musikproduktion), Charlotte Rohde (digitale Schriftgestaltung) und Vera van de Seyp (kreatives Coding) Einblicke in ihre Arbeitsbereiche, in denen Frauen und weiblich sozialisierte Personen weiterhin systematisch unterrepräsentiert sind.
Zeitraum
14.–23.10.2021 -
Ιστορία της ηδονής History of delight
Lena Platonos, PlusX, Sphera de Noumenon, Yiorgos Konstantoulakis
Die griechische Komponistin Lena Platonos (*1951) gilt nicht nur als musikalische Pionierin, sondern zeichnet sich auch durch ihre poetischen und gesellschaftskritischen Texte aus, die von der Vergeblichkeit der Liebe, den Abgründen menschlicher Beziehungen und der vom Konsum geprägten Entfremdung erzählen. Die Ausstellung Ιστορία της ηδονής History of delight wurde mit einer Live-Performance von Platonos und anderen bei soft power eröffnet. Die Präsentation des kaum bekannten visuellen Werks dieser feministischen Ikone und Techno-Avantgardistin wurde darüber hinaus von einer Soundinstallation untermalt, die aus einer Kollaboration zwischen Lena Platonos und dem in Berlin lebenden griechischen Musiker Yiorgos Konstantoulakis entstanden ist.
Zeitraum
17.9.–3.10.2021 -
A Guide to Softer Ware
Charlotte Rohde, Vera van de Seyp
Die Ausstellung A Guide to Softer Ware präsentierte neuen Arbeiten von Charlotte Rohde und Vera van de Seyp, die sich mit zeitgenössischen (und weniger zeitgenössischen) Sprachen der Instruktion im Kontext des „Frausein“ beschäftigen. Mit ihrem gemeinsamen Hintergrund, der von (Schrift-)Design bis hin zu kreativem Coding reicht, dekonstruieren und reprogrammieren Charlotte Rohde und Vera van de Seyp diese rhetorische Mittel der Anweisung/Unterweisung: Von den Formulierungen in technischen Gebrauchsanweisungen der 1960er Jahre für Näh-, Strick- und andere Haushaltsgeräte bis hin zu Memes und YouTube-Tutorials als Phänomen der heutigen Internet-Kultur der Selbstoptimierung.
Zeitraum
28.8.–9.9.2021 -
super soft residency #1
Ari Merten, Peter Scherrebeck Hansen
Wie klingen die Liebeslieder der Zukunft? Wie klingt ein Liebeslied, das die ausgetretenen Pfade heteronormativer Sichtweisen auf die romantische Liebe verlassen hat? Wie klingt ein Liebeslied, das nicht aus dem Blickwinkel einer einzelnen Person, sondern aus Sicht eines kollektiven Körpers geschrieben wurde? Diese Fragen erforschte Sound- und Videokünstler*in Ari Merten während der super soft residency in Zusammenarbeit mit Peter Scherrebeck Hansen. Gemeinsam mit einem Team aus interdisziplinären Künstler*innen hat Ari eine künstliche Intelligenz mit Lovesongs und Texten über Liebe trainiert. Aus dieser Mehrstimmigkeit heraus generiert der Algorithmus Texte über Liebe, die Ari und Peter als choreografisch-musikalische Performance erarbeiteten.
Zeitraum
3.8.–18.8.2021 -
Goodbye, Sarotti
Berlin Postkolonial, Dekoloniale – Erinnerungskultur in der Stadt, Jina Park, Lila Steinkampf, Lina Walde, Marius Land, Mika Schwarz, Raluca Popa, Sangun Ho, Thomas Poeser
Goodbye, Sarotti suggeriert einen Abschied, markiert aber zugleich einen Neubeginn. In Zusammenarbeit mit Berlin Postkolonial e. V., Dekoloniale – Erinnerungskultur in der Stadt sowie mit Künstler*innen des Hauses will soft power nicht nur die Vergangenheit der ehemaligen Sarottifabrik in Berlin-Tempelhof anerkennen und aufarbeiten, sondern vielmehr die Zukunft des Fabrikgebäudes als neuen Ort kultureller Produktion aktiv mitgestalten. Die ersten künstlerischen Ergebnisse dieser gemeinsamen Auseinandersetzung wurden am 3. Juli 2021 im Innenhof der Fabrik präsentiert.
Zeitraum
3.7.2021 -
New Edge666
Charlotte Rohde
Charlotte Rohde ist (Schrift-)Designerin und multidisziplinäre Künstlerin, die an der Schnittstelle von Bild und Sprache arbeitet. Sie forscht zu Hyperfemininität, Pop-/Internetkultur und Vertrauensökonomie; Schrift als Erweiterung des Körpers und wie sie feministische Diskurse in der Gesellschaft prägen kann. Im Auftrag von soft power entwickelt Charlotte seit 2021 die variable Schrift NewEdge 666. Die Schriftart wird seit Mai 2021, also bereits vor ihrer Fertigstellung, von soft power genutzt, um die fortlaufende Weiterentwicklung der Schrift im Prozess sichtbar zu machen.
Zeitraum
seit Mai 2021 -
soft opening
Im Oktober 2020 übernahm das 4-köpfige Kollektiv soft power einen 137 m² großen Projektraum in der ehemaligen Sarottifabrik der Teilestraße 11-13, Berlin-Tempelhof. Zeitgleich zogen rund 40 Künstler*innen hier in ihre neuen Studios ein – in der Teilestraße entsteht somit ein neuer Ort der künstlerischen Produktion, den wir als Kollektiv aktiv mitgestalten wollen. In dieser ersten Phase, dem soft opening, zielte unser kuratorischer Ansatz daher primär auf Prozesshaftigkeit, Formen der Gemeinschaftlichkeit und lokale Verortung ab. Mit unserem soft opening wollten wir das Innen nach Außen kehren: Eine langsame (Er)öffnung, die sich mit dem unmittelbaren Umfeld und der zukünftigen Öffentlichkeit dieses Ortes befasst. Eines der vielen Resultate dieses fortlaufenden Prozesses war die Gründung des Kunstvereins soft power e.V. am 23.4.2021.
Zeitraum
seit Oktober 2020